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Blur – Test

Gerade ist der Test zu Split/Second fertig, und man will in Ruhe ein paar Runden drehen, da ist schon der 28. Mai und der nächste Actionspielblockbuster erscheint. Blur von Bizarre Creations, den Machern von Project Gotham Racing. Also los mit der Scheibe ins Laufwerk, und die Hände an den Controller, denn jetzt wird mit Powerups um sich geschossen. Doch ob Blur Split/Second den Rang abfahren kann?

Schildkrötenpanzer und Bananen? Was ein Kinderkram…

Blur ist ein typisches Rennspiel, allerdings keines, welches man für die Next-Gen Konsolen und den PC erwarten würde. Blur setzt voll und ganz auf zwei Dinge, Powerups und einen coolen Look. Ersteres erinnert uns zumindest an das, was Blur eigentlich ist, der bunte Kartspaß mit dem italienischen Klempner. Doch der Look verspricht etwas anderes, und zwar ein sehr gutes Rennspiel von Bizarre Creations. Doch kommen wir zu den Dingen die in Blur rennentscheidend sind, und so zumindest auf den Next-Gen Konsolen einzigartig: die Powerups! Wir schlagen nicht mit Bananen und Schildkrötenpanzern um uns, sondern mit großen Geschützen. Die meisten Powerups sind in zwei Richtungen einsetzbar, also nach vorne und hinten, in Blur müssen wir in beide Richtungen denken, denn auch unsere Gegner nutzen Powerups, auch in beide Richtungen! “Zwar“ gibt es nur acht Powerups, diese reichen aber vollkommen aus, denn sie sind so auf den Strecken verteilt, das wir nie zu viel bekommen, aber auch abwiegen müssen welche wir aufsammeln, denn in Blur können wir bis zu drei Powerups gleichzeitig aufgesammelt haben. Auf Knopfdruck kann man diese nicht nur auslösen, sondern auch abwerfen. Es ist also nicht nur wichtig Powerups einzusammeln, sondern auch Powersups in einer guten Mischung in petto zu haben. Die Powerups sind:

Mine

Eine orange-schwarze Kugel, die wenn abgefeuert, in einigem Abstand zu uns auf der Strecke liegen beleibt. Fahren wir auf eine Mine so werden wir durch die Luft geschleudert, und unsere Gesundheit wird reduziert.

Stoß

Ist eine rote Kugel, die ihr Ziel selbst sucht, und es auch um Kurven verfolgt. Wenn der Stoß trifft, hat er die gleiche Wirkung wie die Mine. Wir können aber auch versuchen dem Stoß zu entkommen, fahren wir zum Beispiel um enge Kurven, so prallt die Kugel in die Wand.

Nitro

Verleiht uns für kurze Zeit einen Geschwindigkeitsboost, der wenn nach hinten abgefeuert auch als Notbremse fungieren kann.

Schock

Verteilt vor der Spitze des Fahrerfeldes blaue “Säulen“. Fährt ein Fahrer hinein, so wird er schlagartig verlangsamt. Schock lässt sich am besten dazu einsetzen das Fahrerfeld wieder zusammen zu drängen.

Abräumer

Ist eine kurze Schockwelle um uns herum und kann dazu genutzt werden Minen und Stöße zu zerstören. Viel besser lässt er sich aber bei Positionskämpfen gebrauchen, um hier Gegner für kurze Zeit aus zu nocken.

Blitz

Sind drei Pfeile, die wir abfeuern können, trifft ein Pfeil einen Gegner so richtet er Schaden an und wirft den Gegner zusätzlich noch aus der Bahn. Ein Blitz kann auch zum Zerstören von Minen und Stößen genutzt werden

Schild

Umgibt uns bei Aktivierung mit einem Energieschild, welches Stöße, Minen, Schoksäulen, Abräumer und Blitze absorbiert, und uns bei Crashes schützt.

Reparatur

Stellt bei Aktivierung unsere gesamte Lebensenergie wieder her.

Nach so vielen Powerups mit ihren verschiedenen Möglichkeiten kommen wir erst einmal zu den Strecken und Wagen in Blur, diese sind anders als beim Konkurrenten Split/Second vielfältiger und umfangreicher.

Asphalt, Schotter und Reifen!

Zu einem Rennspiel gehören natürlich auch Wagen und Strecken. Auch hier kann Blur überzeugen. Denn der Entwickler kann nicht nur mit vielen lizenzierten Autos sondern auch in wirklichen Städten angesiedelten Strecken aufwarten. So bestreiten wir Rennen in der ganzen Welt, auch in Brighton, England, deswegen kurios, da in dem kleinen Ort das Entwicklerteam von Split/Second sitzt. Die Strecken sind vom Design her nicht umwerfend, und auch Besonderheiten gibt es nicht viele, aber egal welche Strecke wir fahren, ob San Francisco, LA, oder in der Wüste, wir haben Spaß daran. Das interessante an den Strecken ist, dass die Wahl unseres Autos enorm wichtig ist. Denn in der Wüste bringt uns ein Wagen mit Allradantrieb mehr als ein Hinterrad angetriebener PS-Bolide. Welcher auf Asphaltstrecken natürlich die Nase vorn hat. So ist es zu mindestens in der Theorie, allerdings ist es häufig egal welches Auto wir wählen, das einzig wichtige: Die Stabilität, also das Driftverhalten unseres Autos, denn wenn wir ein ruhiges Auto haben lässt es sich viel besser unter Kontrolle halten, als eines welches extrem ausschlägt. Alle drei anderen Faktoren sind quasi fast egal, denn durch das richtige Einsetzen von Powerups kann man diese wieder wett machen, nur nicht die Stabilität.

Doch wie bekommen wir neue Autos? Ganz einfach durch bestimmte Aktionen und spezielle Aufgaben. Durch diese Aktionen bekommen wir Fans, diese lassen unser Fahrerlevel in die Höhe steigen. Dies gleicht sich sowohl im Single- als auch im Multiplayer. Für den Singleplayer zusätzlich auch wichtig sind die so genannten Lichter, diese verdienen wir in Rennen. Kommen wir am Ende unter die ersten Drei so gibt es, drei, vier oder fünf Lichter für die Plätze drei, zwei und eins. Zusatzlichter lassen sich in jedem Rennen zwei verdienen, indem wir eine Mindestanzahl an Fans erlangen oder den Fan-Sprint absolvieren, diesen aktivieren wir wenn wir durch sein Zeichen auf der Strecke fahren, nach und nach bauen sich an Tore auf der Strecke auf, welche wir durch fahren müssen, verpassen wir ein oder ist die Zeit um bevor wir das nächste Tor durchqueren können ist der Fan-Sprint gescheitert. Durch Lichter schalten wir neue Rennen und Herausforderer frei und fahren uns so quasi den Weg durch den Singelplayer. Jedes Event besteht aus mehreren Rennen in drei Spielmodi:

Rennen

Im klassischen Rennen müssen wir uns auf zwei oder drei Runden gegen 19 Mitstreiter durchsetzen.

Zerstörung

Hier treiben wir eine Gegnerschar vor uns her, das einzige Powerups auf den Strecken ist Blitz, mit diesen müssen wir versuchen die Gegner abzuschießen. Jeder Abschuss gibt Punkte, je nachdem wie hoch unsere Punkte nach Ablauf der Zeit sind gewinnen wir drei, vier oder fünf Lichter.

Kontrollpunkt

In dieser Rennart müssen wir vor Ablauf der Zeit Tore durchfahren, um unsere Zeit wieder aufzuladen, auf der Strecke ist das Powerup Sprint, und ein spezielles Powerup, welches uns Extrazeit gibt. Wir müssen versuchen vor Ablauf der Zeit eine bestimmt Rundenanzahl zu fahren, ja nachdem wie gut unsere Zeit ist bekommen wir wieder Lichter.

Um gegen den Endgegner des Events antreten zu dürfen müssen wir bestimmte Herausforderungen erfüllen, dies ist zum Beispiel die Aufgabe drei Gegner auszuschalten. Zunächst klingt das einfach, was es durchaus auch ist, im späterem Spielverlauf, und der Singleplayer ist nicht sehr lang, sind die Herausforderungen aber so umfangreich das wir fasst immer alle Rennen noch ein drittes oder viertes mal fahren müssen. Das ist auf die Dauer nicht nur ermüdend, sondern vor allem macht es keinen Spaß. Doch zum Glück kommen wir nun zum Herzstück am Spiel!

Zusammen ist’s am besten!

Blur kann in einem Punkt wirklich überzeugen, und das ist der Multiplayer. Eigentlich ist er noch simpler aufgebaut als der Singleplayer – wir starten ein Spiel, kommen in eine Lobby, wählen ein Auto aus, voten für eine Strecke und schlagen uns dann die Powerups um die Ohren. Doch in Verbindung mit den ständigen Levelups, all den Fans die wir verdienen (wollen), und den daraus resultierenden ständigen neuen Autos ist der Multiplayer ein Platz zum austoben! Hinzu kommt eine Besonderheit die von Modern Warfare übernommen wurde, der Prestige Modus. Dieser stuft auf Knopfdruck unser Level zurück und lässt uns von vorne beginnen, haben wir erst einmal Level 50 erreicht. Dann können wir den ganzen Spaß nochmal erleben, haben aber von Anfang an Vorteile. Vorteile, gutes Stichwort, denn durch die im Singleplayer kaum beachteten Mods lässt sich unser Auto voll auf unseren Fahrstil zu schneiden. Die Mods sind verschiedene, viele verschiedene Modifikationen an unserem Auto. So erhalten wir bei einem ein besseres Schild, beim anderen vier statt drei Blitze, und wieder beim nächsten starten wir gleich mit einem Zufalls-Powerup. Der Blur Multiplayer ist so umfangreich und gigantisch gut, und zugleich eigentlich einfach und schön kompakt gehalten, dass er wohl zu den besten Rennspiel-Multiplayern überhaupt gehört. Natürlich kann man nur Online diesen Genuss erleben, doch Blur schaut sich auf für alle Offlinespieler bei Mario Kart etwas ab, ein Vierspieler Splitscreen-Modus. Und egal ab abgeschaut oder selbst drauf gekommen, er erfüllt seinen Zweck, denn Spaßige “Zockerabende“ vor dem Fernseher sind schon vorprogrammiert.

Fazit

Blur versucht allen etwas zu bieten. Blur versucht allen Spielern die nach einem Actionrennspiel geschaut haben, gerecht zu werden. Doch leider schafft es das Spiel nicht ganz, denn der eigentliche zunächst spaßige Singleplayer wird schnell nervig, da wir andauert (auch gewonnende) Rennen wiederholen müssen um alle Herausforderungen zu schaffen. In einem gewissen Maße wäre dies auch in Ordnung gewesen, schließlich sind es Herausforderungen, doch Blur übertreibt – leider. Aber wer braucht schon einen Singleplayer? Internet an und rein in den Mulitplayer! Mehr kann man nicht sagen, Blur bietet den zurzeit besten Actionrennspiel Multiplayer.

P.S.: Was soll ich denn jetzt kaufen? (Unser Tipp)

Ziehen wir also einen Schlussstrich und sehen wer die Ziellinie als erster überquert, Split/Second von BlackRock oder Blur von Bizarre Creations. Und siehe da, wir haben zwei Gewinner! Wer auf einen knackigen Singleplayer mit viel Action und Explosionen will, der sollte sich einmal Split/ Second ansehen. Wer eher auf Massenrennen und einen Umfangreich wie grandiosen Multiplayer steht für den muss Blur ein Pflichtkauf sein!

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