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Rome: Total War – Test

„Alia iacta est“ sagte Julius Caesar, als er mit seinen Truppen im Rücken den Rubikon überquerte. Sein Weg führte ihn nach Rom, hier wollte er triumphal einmarschieren, und sich zum Diktator auf Lebenszeit ernennen lassen. Daraus wurde leider nichts, und das römische Reich fiel in einen Bürgerkrieg. Caesar gegen die Truppen des Senats. Am Ende sollte der Julier siegen, und zum ersten Diktator von Rom werden. Die Zeit des Senats, der Demokratie war um, und die Kaiser beherrschten Rom, bis zu seinem Untergang im Jahre im Jahre 410 n. Chr. Wer all dies nachspielen möchte oder vielleicht sogar die Geschichte ändern will, der kommt um Rome: Total War nicht herum. Das dritte Spiel der Serie erschien 2004, und ist heute immer noch schick anzusehen. Doch warum sollte man gerade Rome spielen, wo man doch auch die Feldzüge Napoleons mit erleben kann? Findet es selbst heraus:

Viele Wege führen nach Rom

Wir starten in Rome: Total War wie üblich bei Total War Spielen. Zunächst gilt es die Fraktion auszuwählen. Spielen wir Rome zu ersten mal sind das entweder die Bruti in Unteritalien, die Scipionen auf Sizilien, oder die Julier in Oberitalien. Spielen wir die Kampagne ein oder mehrmals durch, so schalten wir neue Völker frei die sich dann auch spielen lassen, so wie zum Beispiel die Britannen, die Germanen, die Gallier und, und, und. Insgesamt stehen uns 21 Fraktionen zur Auswahl. Doch zunächst spielen wir mit den Römern. Direkt zu Beginn springt uns eine Besonderheit ins Auge, die es nur in Rome gibt, und die nur über uns wacht, wenn wir eine der römischen Fraktionen spielen: Der Senat. Dieser erteilt uns Aufträge, welchen wir nachgehen können, oder welche wir ignorieren können. Wenn wir Aufträge in der gegeben Zeit erfüllen, so wird der Senat uns auf unterschiedlichste Weise belohnen. Erfüllen wir viele Aufträge, so steigt unser Ansehen in Rom, missachten wir jedoch Aufträge, so kann dies im schlimmsten Fall zu unserer Ächtung führen. Dies bedeutet dann, das sich die anderen römischen Häuser und der S.P.Q.R gegen uns stellt. Neben unserer Beliebtheit beim Senat ist auch unsere Beliebtheit beim Volk wichtig. Sind wir beim Plebs sehr belieht, so können wir gen Rom marschieren, und uns sicher sein, dass wir mit Freuden empfangen werden. Doch im Rome: Total War gibt es natürlich nicht nur innere Konflikte, und schon gar nicht zu Beginn.

Total War setzte sich schon immer aus zwei Teilen zusammen, der Strategiekarte, auf welcher wir mit Rundenstrategie unser Glück versuchen, und den Echtzeitschlachten, bei welchen wir unsere Fähigkeiten als General unter Beweis stellen können. Können, denn Total War bietet auch die Möglichkeit Schlachten zu simulieren. Bei dieser Variante verliert die Arme aber meistens mehr Einheiten, als bei einer Echtzeitschlacht.

In Rome hat sich dieses, von den Vorgängern übernommene, System nicht geändert. Während wir mit unserer ersten Arme schon gegen den Feind marschieren, müssen wir darauf achten, dass unsere Städte weiter ausgebaut werden, und dass die Steuern nicht zu hoch sind. Um das Volk zu beruhigen ist auch eine Garnison notwendig. Im optimalen Fall hat die Stadt so viel Bevölkerungswachstum, das wir den Sitz des Stadthalters weiter ausbauen können, was uns wiederum den Bau neuerer und größerer Gebäude erlaubt. Nehmen wir kleine Barbarenstädte ein, so sind diese meistens auch nur leicht besiedelt, bei idealen Bedingungen können wir sie dann aber zur römischen Metropolen hochziehen lassen. Bessere Gebäude heißt auch bessere Einheiten, und auch mehr. Bauen wir zum Beispiel den Schmied weit aus, so sind die Rüstungen und Schwerter der Soldaten besser. Wer keine Lust auf das genaue aus tangieren zwischen Militär, Bau und Wachstum hat, der kann Städte auch Automatisch verwalten lassen. Allerdings ist die KI in diesem Fall nicht sehr schlau, und baut manchmal einfach wild drauflos. Mit fatalen Folgen für uns! Denn nicht nur der Bau sondern auch der Unterhalt kostet uns bare Denari. Vor allem ein riesen Heer bei wenig Provinzen kann den finanziellen Rahmen schnell Sprengen. Um auf der Kampagnenkarte weiter zu kommen, müssen wir unsere Runde beenden. Jede Runde beträgt genau ein halbes Jahr, was auch Auswirkungen auf die Umwelt hat. So schneit es im Winter, und erschwert uns das weiterkommen. Auf Naturkatastrophen gibt es, zum Beispiel Überschwemmungen, oder Stürme auf See. Bei beiden können unsere Soldaten Schaden nehmen. Beginnen wir unsere nächste Runde geht alles wieder von vorne los.

Springen wir ein Stück, knappe 200 Jahre, nach vorne. Die römischen Familien haben ihre Feinde in den Osten getrieben. Wir sind beim Volk so beliebt, dass wir den Senat stürzen könnten, und diverse Historische haben schon stattgefunden. Der Senat hat aber ein Problem mit uns, wir sind ihm zu mächtig, deswegen stellt eher immer abstruser Forderungen an uns. Töten sie all ihre Familienmitglieder welche Volljährig sind, oder töten sie ihren Anführer. Das Problem wenn wir diese Aufträge nicht erfüllen, der Senat wird uns sofort ächten, und ganz Europa würde in einen römischen Bürgerkrieg fallen. Es liegt bei uns, ob wir stark genug sind gegen S.P.Q.R und die andern Häuser in den Krieg ziehen wollen, und können! Doch am Ende zählt nur eins, der Sieg über Rom, und ein Großreich unter einem römischen Kaiser…

Blutrünstig?

Auch schnelle Schlachten können wir schlagen, ein toller Zeitpunkt die andern Kulturen kennen zu lernen, denn diese können wir schon zu beginn in eine schnelle Schlacht führen. Auch können wir hier spätrömische Einheiten testen, und bestaunen. Und natürlich unsere Fähigkeiten im Kampf aufbessern! Schnelle Schlachten bieten einen schnellen und guten Überblick über eigene und gegnerische Einheiten, jedoch unterscheiden sich die Schlachten nicht von deren in der Kampagne, und sind so recht eher eine nette Dreingabe.

Eine nette Dreingabe und Sinnvoll sind die Historischen Schlachten. In welchen wir die größten Schlachten der Antike nachspielen dürfen. Auch hier heißt es wieder Geschichte umschreiben, ja oder nein? Denn die Schlachten sind ziemlich genau den Berichten der Schreiber nachempfunden. Wer wollte denn nicht schon einmal die Schlacht im Teutoburger Wald nachspielen, und den römischen Soldaten den Hintern versohlen? Historische Schlachten können wir genauso wie schnelle Schlachten im Multiplayer spielen. Wobei schnelle Schlachten hier Sinn machen, denn ein gemeinsames Kampagnenspiel ist ja erst seit dem neusten Teil, Napoleon: Total War, vorhanden.

Im Multiplayer können wir mit bis zu sieben Kontrahenten um den Sieg ringen, oder in Team gegeneinander spielen. Besonders Spaß macht aber ein “Free-For-All“, also ein alle gegen alle, vor allem auf Lan-Partys ist gute Stimmung garantiert! Wer keine Lust auf Feldschlachten hat, der kann sich auch im Belagerungskampf beweisen, als Angreifer oder Verteidiger. Als Angreifer stehen uns verschiedene Belagerungswaffen zur Verfügung, wie Belagerungstürme oder Rammböcke. Wir können aber auch Katapulte ausbilden, die anders als Belagerungswaffen eine eigene Einheit darstellen. Alle Schlachten im Multiplayer machen Spaß, denn gegen menschliche Generäle zu spielen ist ein wahrer Segen. Denn die KI kann in Schlachten, (und nur dort, denn anders als bei Empire: Total War ist sie auf der Karte recht schlau), teils ziemlich dumm sein, was wir aber auf den oberen Schwierigkeitsgraden nicht mehr merken, denn dort haben wir viel zu viel zu tun. Die KI der Antiken Pixel-Soldaten ist im Vergleich, auch zu späteren Total War Spielen, aber immer noch sehr gut. Derbe Aussetzer konnte ich noch nie Beobachten.

 

Fazit

Rome: Total War mag seine Schwächen haben, doch welches Total War Spiel hat dies nicht? Zwar mag das Antike Setting nicht jedem gefallen, jedoch ist es von den Inhalten, welche in den Total War Spielen immer etwas anders sind, das beste. So müssen wir uns als Römer nicht nur um Gegner, sondern um die Innenpolitik des Reiches kümmern. Der Senat kann als Freund oder Feind angesehen werden, letztendlich liegt es beim Spieler. Die erst nach und nach freischaltbaren anderen Kulturen, spielen sich im Kern zwar gleich, sind aber alle unterschiedlich. Auch historische Fakten hält Rome größten Teils ein, und ist somit ganz klar bei den Total War Spielen ganz ganz vorne dabei.

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