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Split/Second:Velocity – Test

Aus England kommen die meisten Reality-TV Formate. Häufig sind diese allerdings stupide. Aber man erlaubt sich viel, sehr viel, und reist so oft arge Debatten vom Zaun. Ein Format sprengt dann doch den Rahmen, und kann auch gar nicht umgesetzt werden. Eigentlich schade, denn was Entwickler BlackRock Studios in ihrem Spiel Split/Second zur Grundlage nehmen, klingt nicht nur explosiv, sondern das ist es auch! Als Rennfahrer Explosionen zu zünden, um die Gegner aus dem Rennen zu rammen und am Ende dann ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen? Das klingt doch nicht schlecht! Doch Split/Second muss sich in diesem Monat mit Blur messen. Die beiden Actionrennspiele haben zwar völlig unterschiedliche Herangehensweisen, aber alleine Ihr Genre und ihr sehr naher Erscheinungstermin macht sie zu starken Gegnern.

Heute sind wir ans Set gefahren, um heraus zu finden was Split/Second hergibt:

Willkommen am Set von Split/Second

Set? Wie jetzt, dass verstehe ich nicht! Split/Second ist doch ein Spiel?! Völlig richtig, ein Actionrennspiel um es genauer zu sagen. Doch auch das von Fernsehproduktionen besagte “Set“ taucht in Split/Second auf. Denn wir fahren nicht nur irgendwelche Rennen, sondern nehmen an der Reality- TV Show Split/Second teil. Das Konzept ist schnell erklärt: Wir sind Fahrer in besagter TV Serie, und wollen natürlich die Staffel gewinnen. Hierzu müssen wir, wie sollte es bei einem Rennspiel anders sein, Rennen gewinnen. Das Spannende an Split/Second: Damit der Zuschauer auch die neue Serie schaut, bekommen wir eine Fernsteuerung in die Hand. Nun können wir auf Knopfdruck Explosionen aktivieren, um unsere Gegner für kurze Zeit auszuschalten. Jedes Powerplay, so heißen die Explosionen, verbraucht Energie. Energie hingegen bekommen wir zur cleveres Fahren. Immer wenn wir im Windschatten fahren oder weite Sprünge machen füllt sich unsere Leiste. Doch viel häufiger bekommen wir Energie durchs Driften. Alle Autos in Split/Second, das könnte man dem Spiel negative Vorwerfen, schlagen extrem aus, und Driften fast bei jeder Kurve. Anfangs stört dies noch sehr, aber hat man sich erst einmal daran gewöhnt, freuen wir uns über die häufige Energie und den folgenden Explosionen. Doch was sind Explosionen ohne gute Grafik?

Wenn schon was explodiert, dann muss das auch schön sein!

Richtig, gar nichts! Zum Glück hat sich BlackRock hier selbst übertroffen. Alle Areale in Split/Second, ob Stadt, Wüste oder Kraftwerk, sehen absolut grandios aus. Auch Explosionen, ob groß oder klein müssen sich nicht verstecken, und können sich bei den Rennspielen ganz vorne sonnen. Aber was bringt die Grafikpracht, wenn ein störendes Interface im Bild ist? Diese Frage haben sich wohl auch die Entwickler gestellt, und sind zu dem Schluss gekommen das Interface auf das Minimum zu beschränken, und es unserem Auto ans Heck zu kleben. Wohl gedachte Entscheidung, auf die auch andere hätten kommen können. Freunde eines Radares hingegen werden wohl enttäuscht sein, dieses wurde über Bord geworfen. Was bei immer gleichen Strecken allerdings nicht wirklich stört.

Kaboooom

Ständig reden wir davon, doch wie genau sehen denn Powerplays aus?

Es gibt zwei Stufen, und vier Arten von Powerplays. Die beiden Stufen entspringen unserer gesammelten Energie. Die in drei Teile geteilte Leiste ist in Blau und Rot aufgeteilt. Die ersten beiden Energiebalken setzen normale Explosionen frei. Dazu gehören zum Beispiel Druckwellen, umkippende Busse aber auch Helikopter welche explosive Fässer fallen lassen. Außerdem können wir mit der normalen Energie noch Abkürzungen für kurze Zeit öffnen.

Das letzte Drittel ist Rot gefärbt. Schon die Farbe an sich verkündet nichts gutes, denn Rote Powerplays sind die stärksten. Allerdings gibt es auch nur ein höchstens zwei dieser Art auf der Strecke. Konnten wir mit der blauen Energie noch Abkürzungen öffnen, so ändern wir durch manche rote Explosionen den gesamten Streckenverlauf. Alle Powerplays sind absolut gut verteilt und sehen grandios aus. Ärgerlich ist es hingegen, das Rennen anzuführen, und in der letzten Kurve durch ein Powerplay eines der KI Gegner noch auf den achten, und damit letzten Platz geschossen zu werden. Denn die KI setzt die Explosionen mehr als Häufig ein, und ist ein würdiger Gegner. BlackRock zeigt erneut, was Pure schon ausgemacht hatte, eine fast makellose, fast zu starke, aber immer noch faire KI.

Das wichtigste bei einem Rennspiel

Für ein Autorennen brauchen wir vor allem eines, ein Auto. Und natürlich können wir auch weitere freischalten. Das klingt nicht so spektakulär wie das Spiel, und das ist es auch nicht wirklich. Nach guten Platzierungen im Rennen bekommen wir Credits, verdienen wir genug Credits so schalten wir neue Wagen frei. Alle Wagen haben ein anderes Handling, und so fahren sie sich alle anders. Der neue Wagen ist der Bessere stimmt hier allerdings nicht immer, am besten ist es wenn wir mit dem Wagen fahren, mit dem wir am besten fahren können. Auch personelle Anpassungen gibt es bei Split/Second nicht, lediglich eins zwei Lacke lassen sich ändern. Das wirklich persönliche an den Autos sind die Aufkleber, diese verdienen wir uns durch gewonnene Rennen, oder wenn wir bestimmte Dinge absolvieren. All unsere Autos und Aufkleber übernehmen wir zwischen Einzel- und Multiplayer.

Doch auch Autos bringen uns nichts, wenn wir keine Strecken haben auf denen wir fahren können. Und hier liegt der große, große Kritikpunkt an Split/Second. Es gibt gerade einmal 11 Strecken. Das mag zunächst vielleicht viel klingen, jedoch sind viele der Strecken im gleichen Szenario angesiedelt, nur in einer anderen Ausführung. Man mag zur Verteidigung sagen, dass man für ein perfektes Rennen alle Strecken komplett Auswendig lernen muss, und es so weniger zu lernen gibt. Doch am Ende bleibt die trübende Erkenntnis, dass Split/Second durch die wenigen Strecken etwas Wind aus den Segeln genommen wird. Sehr schade, aber wenigstens gibt es mehrere verschiedene Spielmodi:

Rennen

Klassisches Rennen. Hier kommen die Powerplays am besten zur Geltung.

Detonator

Könnte man auch Einzelrennen gegen die Uhr nennen. Wir müssen versuchen eine Runde unter dem Zeitlimit zu schaffen.

Überleben

Wir müssen versuchen Laster zu überholen, welche blaue und rote Fässer verlieren. Fahren wir auf Blaue wird eine Druckwelle erzeugt, fahren wir auf ein Rotes so verlieren wir eines von drei Leben. Jeder überholte Truck gibt uns Punkte, wir müssen versuchen die meisten Punkte zubekommen.

Luftangriff

Ein Kampfhelikopter feuert Raketen auf uns ab. Wir müssen versuchen auszuweichen, um so besser wir ausweichen um so mehr Punkte bekommen wir.

Himmlische Rache

Jetzt können wir es dem Helikopter heimzahlen, durch Energie können wir Raketen zurückschleudern.

Eliminator

Was zu nächst aussieht wie ein Rennen ist keines, wenn die Uhr herunter gelaufen ist, fliegt der jeweils Letzte aus dem Rennen, wir müssen versuchen zu überleben.

Zusammen machts mehr Spaß?

Natürlich kann all die schönen Modi auch zusammen mit Freunden spielen. Und zwar, dass gab es bei Rennspielen schon länger nicht, auch im Splitscreenmodus. Doch der wirkliche Multiplayermodus spielt sich natürlich Online ab. Dort können wir uns in den Spielmodi messen, bei welchen mehrere Fahrer gleichzeitig fahren. Genauso wie bei Pure können wir mit unseren Wagen aus dem Singleplayer fahren. Und schon gibt es ein Problem, jedenfalls im Moment haben noch nicht sehr viele die guten Autos, wir können also problemlos an allen vorbei ziehen. Der Onlinemodus bei einem Actionrennspiel ist eigentlich immer sehr spaßig, und besser als der Singleplayer. Bei Split/Second ist das nicht so. Da das Spiel seine Stärken dann ausspielen kann, wenn viele Gegner auf einem Punkt sind, und wir Explosionen zünden können. So verkommt der Multiplayer oft zu normalen Rennen, bei welchen wir kaum auf Explosionen zurückgreifen müssen. Der Onlinemodus wirkt also leider eher wie ein noch schnell herangeklebter Teil des Spieles, welcher allerdings nicht sehr gut durchdacht ist.

Fazit

Split/Second kann grafisch und auch mit seiner Spielidee überzeugen und lädt ein, das Set in die Luft zu jagen. Das beste Rennspiel aller Zeiten ist es aber leider nicht. Im Singleplayer fahren wir auf immer gleichen Strecken immer gleiche Spielmodi. Zwar gibt es verschiedene, doch hilft dies nicht. Ab etwa der Hälfte kann uns langweilig werden, muss es aber nicht zwangsläufig. Die Autos, mit denen wir fahren, können vom Aussehen überzeugen, allerdings gibt es überhaupt kein herumschrauben an unserer Karre. Schade, denn wir man dies grandios in ein Spiel bringt weiß BlackRock, immerhin konnte man in Pure sein ganzes Bike selber bauen. Der Onlinemodus funktioniert leider nicht immer gut, denn Split/Second kann seine Karten nur ganz ausspielen, wenn viele Fahrer gleich auf sind. Das sind sie dann aber im Singleplayer, wo unserer Gegner hartnäckig und sehr gut fahren. Man könnte den Schwierigkeitsgrad so beschreiben: Wenn man Dritter oder Vierter werden will, schafft man das auch mit wenig Anstrengung. Wenn man hingegen Erster werden will, dann muss man ganz schön rackern!

Für alle die auf einen spaßigen und explosiven Singleplayer stehen, für die ist ein Split/Second ein Pflichtkauf!

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